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Tuesday, October 15, 2019

Ablass

Publiziert in Städte & Gemeinden geschrieben von  November 25 2015 Schriftgröße Schriftgröße verkleinern Schrift vergrößern
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Ablaß ist ein Platzdorf . Darunter versteht man eine Siedlung mit viereckigem oder rundem Grundriß. Bauerngüter umgeben einen weiten Dorfplatz. Heute ist ein solches Siedlungsbild kaum noch zu erkennen, denn ständige Erweiterungen haben die einstige Dorfform stark verändert. Die 1839/40 von Oberst Oberreit und Ing. Leutnant Kisshauer bearbeitete Karte läßt aber die frühere Siedlungsform noch einigermaßen erkennen. Den Dorfkern bildete die Kirche. Drei- und Vierseitenhöfe, sowie die Wohngebäude der Häusler waren fast kreisförmig darum gelagert. 1936 wurde das nördlich der Döllnitz liegende Zschannewitz eingemeindet. Auf dieser "Gemeindeseite" entstanden die Wohnblöcke, das Einkaufszentrum, die Garagen und das sich gegenwärtig entwickelnde Gelände der "Häuslebauer". Dorfteich und Döllnitzaue bilden aber eine gewisse Trennlinie, so daß der eigentliche Ortskern wie früher südlich der Döllnitz liegt. Auch das westlich des Dorfes entstandene Gewerbegebiet ändert daran nichts. Die Fluren des Ortes waren Block- , Streifen- und Blockgewannfluren. Die slawischen Vorfahren hatten einst relativ kleine, blockförmige Fluren. Als die deutschen Siedler mit ihrem Eisenpflug kamen, erwies sich diese Flurform als hinderlich. Es wurden lange Streifen gebraucht, um allzu häufiges Wenden der Pflüge zu vermeiden. So entstanden die Streifenfluren oder als Kombination Blockgewannfluren. Gewann ist von "Gewende" abgeleitet. 1900 umfaßte die Ablasser Flur 280 ha, 1995 waren es nach den Eingemeindungen ca. 430 ha. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung, und damit für uns heute die Ersterwähnung stammt aus dem Jahre 1303. Vom Opylos war damals die Rede. 1334 hieß es Oplos, 1340 Apelos, 1350 Oppeloz, 1450 Opplas, 1495 Applas, 1551 Oppeloz und 1555 Apples. Diese unterschiedlichen Schreibweisen sind der Zeit geschuldet. Nur wenige Menschen waren schreibkundig , Regeln der Rechtschreibung waren ihnen oft fremd und so wurde besonders bei Ortsnamen oft "nach Gehör" geschrieben. Der Ortsname ist nicht eindeutig zu erklären. Die Vermutung des Pfarrers Höhne, der um die Jahrhundertwende in Ablaß wirkte, der Name stamme vom Ablaßhandel der Kirche her, steht heute sicher nicht mehr zur Debatte. Auch Höhne vermutete damals bereits, daß der Name slawischen Ursprungs sei. Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Besonders in den 50er und 70er Jahren ist viel Sprachforschung betrieben worden. "Verdeutscht" bedeutet Ablaß daher entweder "ein Stück brachliegendes Land" oder "Holzschleife". Beides wäre denkbar, denn Ablaß lag damals in einem Waldgebiet an der Döllnitz. Der schwere, feuchte Boden der Döllnitzaue und die primitiven Holzpflüge der Slawen lassen aber wohl doch die andere Variante als wahrscheinlicher erscheinen. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen bedarf zunächst einer Erklärung. Bis zum 18. Jahrhundert sind diese Zahlen ungenau . Es wurden "besessene Mann" ermittelt. Das waren vollberechtigte Hufenbesitzer, deren Erwerb die Landwirtschaft

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